Die Geschiche

die Vorgeschischte

Whenua

Am Anfang waren die Tore…
… und ihre Erbauer. Noch immer ist unbekannt, welches Volk die Portale aus dem unbekannten Metall erbaute und warum sie es ursprünglich taten. Fest steht, dass man durch diese Tore praktisch überall hin reisen kann, an jeden Ort, auf jede Ebene und wenn man mächtig genug ist sogar durch die Zeit.

Man weiß wenig darüber, was mit den Erbauern geschah. Fest steht, dass sie vor sehr langer Zeit verschwanden – entweder starb das ganze Volk aus, oder vielleicht verließen sie Whenua auch durch die Tore, welche sie selbst erschaffen hatten; bisher vermag das niemand zu sagen. Ihre einzige Hinterlassenschaft sind die Tore selbst und die vielen Fragen, die bis heute unbeantwortet geblieben sind.

Nach den Erbauern siedelten sich verschiedene Völker und Lebewesen in Whenua an. Sie kamen aus fremden Ländern oder gar durch die Tore, und manche dieser Besiedelungen haben sogar stumme Zeugen hinterlassen – verfallene Kultstätten und Häuser, mitunter sogar ganze Städte, die der Wald wieder überwuchert hat. Geblieben ist nur ein einziges Volk: die Rwang.

Zu guter Letzt kamen die Eroberer aus dem Norden; über das verbrannte Land reisten sie nach Whenua. Sie kamen nicht mit Heerzügen oder Kriegsmaschinerie; eher wie ein schleichendes Gift, das sich langsam durch den Körper bis zum Herzen frisst. Sie siedelten sich im Norden an und breiteten sich nach Süden aus. Wo sie begannen, den Boden zu bebauen, musste der Wald weichen und wo sie ihre Städte errichteten, da formten sie die Natur nach ihrem Wunsch. Sie brachten ihre Kultur und ihre Bräuche und vertrieben die Rwang.

So ist das heutige Whenua also eine bunte Mischung aus zwei völlig unterschiedlichen Kulturen: die Rwang auf der einen Seite und die „Whenuer“ auf der anderen.

Whenua divisa est in partes quartes
Die Eroberer, die aus dem Norden kamen um Whenua zu besiedeln, verließen ein Land, das bereits eine Hochkultur hervorgebracht hatte. In diesem Imperium waren die Spielregeln, die Grenzen und auch die Besitzverhältnisse bereits fest verankert und wer arm und gewöhnlich geboren wurde hatte kaum Chancen, in der Hierarchie hinauf zu klettern. Das Grenzland zwischen dem Mutterland und Whenua war abgewirtschaftet und ausgelaugt – deswegen wurde (und wird) es auch das „verbrannte Land“ genannt.
Als der Imperator sein Volk ermunterte, in den Süden zu reisen und dort neues Land zu besiedeln, war dies ein Schachzug, um von politischen Reibereien im eigenen Land abzulenken. Außerdem war es eine willkommene Gelegenheit, rivalisierende Adelsfamilien mit den neuen Besitztümern zu belehnen und somit unschädlich zu machen.
Der Plan ging im Wesentlichen auf. Vieles von dem, was im Mutterland als „Gesindel“ betrachtet wurde, ging nach Whenua und stellte nun kein Problem mehr dar. Die Besiedelung schien zwar mühsam, doch von Erfolg gekrönt, und das brachte der Herrscherfamilie Ansehen im eigenen Land. Lediglich die Steuereinnahmen und Rohstofflieferungen blieben unter den Erwartungen und auch der generelle Kontakt war mühsam, da es die tote Zone des verbrannten Landes zu überbrücken galt.
So erlangte Whenua schleichend seine Autonomie. Obwohl es offiziell immer noch eine Kolonie des Mutterlandes ist, besteht der einzige Kontakt zu diesem Reich nur noch durch die Lex Arcana. Es werden keine Steuern und keine Rohstoffe mehr dorthin geschickt und keiner interessiert sich für die politische Lage des anderen.

Whenua selbst wird durch eine Art Feudalsystem verwaltet. Man unterscheidet zwischen Volk und Adel (auch Patrizier genannt). Das Land ist unterteilt in vier Quarter. Dreien davon steht ein Protector vor und einem der Lordprotector, der gleichzeitig das nominale Oberhaupt von ganz Whenua ist. Die Gesetzgebung ist einheitlich; jeder Protector ist der oberste Richter in seinem Quarter. Zudem hat jedes Quarter sein eigenes, stehendes Heer – zwar sind diese allesamt nicht sehr groß, doch dafür besteht auch keine Notwendigkeit. Im Kriegsfalle erhält der Lordprotector automatisch den Oberbefehl über alle Heere und außerdem wird aus jeder Familie wenigstens eine wehrfähige Person zu den Waffen berufen. Die Whenuer sind im Grunde ein sehr freidenkendes, friedliebendes und opportunistisches Völkchen. Es gibt keine landesbeherrschende Religion, lediglich den Prinzipien des Schicksals, der Zeit und des Todes wird allerorten Respekt entgegen gebracht. Ansonsten herrscht ziemliche Religionsfreiheit – solange nicht Menschen geopfert oder Höllendämonen angebetet werden…
Im Grunde gelten in Whenua Männer und Frauen gleich viel. Im täglichen Leben, im Beruf und im Heer, wird kaum ein Unterschied zwischen Mann und Frau gemacht. Einzig die Patrizierfamilien haben ihren Titel lange Zeit nur über die männliche Linie weitervererbt. Erst seit dem Jahr 216 a.P. (Realzeit 2016) können auch weibliche Nachkommen den Namen der Adelslinie offiziell erben.

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