{"id":1670,"date":"2025-05-31T15:31:12","date_gmt":"2025-05-31T15:31:12","guid":{"rendered":"https:\/\/whenua.at\/?page_id=1670"},"modified":"2025-09-10T13:55:13","modified_gmt":"2025-09-10T11:55:13","slug":"leben-in-ostarium","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/whenua.at\/index.php\/die-4-quarter\/travel-2\/leben-in-ostarium\/","title":{"rendered":"leben in Ostarium"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;]<div id=\"sc_title_1795068813\"\n\t\tclass=\"sc_title sc_title_default\"><h6 class=\"sc_item_subtitle sc_title_subtitle sc_align_center sc_item_title_style_default\">das leben in<\/h6><h2 class=\"sc_item_title sc_title_title sc_align_center sc_item_title_style_default\">Ostarium<\/h2><\/div><!-- \/.sc_title -->[\/vc_column][vc_column width=&#8220;3\/4&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><strong>Flavor Text (Story by Yvonne Leiche)<\/strong><\/em><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]Rasend vor Wut hastete Alia durch die G\u00e4nge der gro\u00dfen Universit\u00e4t. Sie war so zornig, dass sie nicht einmal richtig merkte, wohin sie ihre Schritte lenkte. Sie wusste nur, dass sie in Bewegung bleiben musste, sonst w\u00e4re sie sicherlich vor Zorn und Hass geplatzt.<br \/>\nSie musste sich abreagieren, aber sie wusste nicht, wie. Das Gehen half auf jeden Fall. Sie erreichte den gro\u00dfen Park, und die Abendluft k\u00fchlte ihre brennenden Wangen.<br \/>\nDer Park war weitl\u00e4ufig angelegt, mit vielen lauschigen Pl\u00e4tzen, wohin sich im Sommer die Studenten zur\u00fcckzogen um zu lernen oder zu sch\u00e4kern. So weit im Norden war das Klima sehr mild, fast schon tropisch. Man bemerkte die Jahreszeiten kaum, haupts\u00e4chlich daran, welche Orchideen gerade bl\u00fchten.<br \/>\nImmer noch lief Alia ziellos durch die Gegend, bis sie bemerkte, dass sie vor der Indigo-Orchideenlaube angekommen war, wo sie so viele Stunden mit Otario verbracht hatte. Da bemerkte sie, dass ihr Tr\u00e4nen die Wangen hinunter liefen.<br \/>\nSie hatte sich selbst f\u00fcr so stark gehalten, so unverletzbar und m\u00e4chtig. Sie hatte das harte Studium der Kampfmagie durchlaufen, und das alles an der Akademie von Ostarium, wo die Magie genauso unberechenbar war wie \u00fcberall in Whenua. Sie hatte Verbrennungen erlitten, Ver\u00e4tzungen, hatte das Kontinuum herausgefordert und war selbst im Angesicht<br \/>\nmagischer Eruptionen standhaft geblieben. Sie war den Intrigen ihrer Kolleginnen ausgesetzt gewesen und hatte sogar Spott ertragen m\u00fcssen, weil sie keinen reichen G\u00f6nner hatte, der sie nach der neuesten und teuersten Mode ausstattete.<br \/>\nMit achtzehn Jahren war sie hierher gekommen, jung und unerfahren, in der Hoffnung, eine Ausbildung zu erhalten. Arm, wie sie war, h\u00e4tte sie nirgendwo eine Universit\u00e4t bezahlen k\u00f6nnen, doch in Whenua, so hie\u00df es, empfing man jeden magisch Begabten mit offenen Armen. Und tats\u00e4chlich hatte man sie aufgenommen und war f\u00fcr das Notwendigste aufgekommen, damit sie lernen konnte.<br \/>\nUnd sie hatte gelernt, viele harte Lektionen, \u00fcber die Magie und \u00fcber die Menschen. Sie hatte gedacht, dass sie nun, zehn Jahre sp\u00e4ter, mit allen Wassern gewaschen w\u00e4re, dass sie sich eine Existenz aufgebaut h\u00e4tte und eine Zukunft.<br \/>\nWelche N\u00e4rrin war sie nur gewesen!<\/p>\n<p>Otario war ihre gr\u00f6\u00dfte Kraftquelle gewesen. Sie hatte ihn kennen gelernt, als sie an sich selbst zweifelte, die Akademie verlassen wollte und keine Zukunft f\u00fcr sich sah. Damals, vor f\u00fcnf Jahren, hatte er zu ihr gehalten und ihr den R\u00fccken gest\u00e4rkt. Er war f\u00fcr sie da gewesen, hatte ihren Gedanken gelauscht und von seinen eigenen erz\u00e4hlt. Jedes mal, wenn sie dabei war, den Mut zu verlieren, war er an ihrer Seite und baute sie wieder auf, und seine Liebe lie\u00df sie all die Selbstzweifel vergessen.<br \/>\nSeine Familie waren B\u00fcrgerliche \u2013 Handwerker, die lange gespart hatten, um ihrem einzigen Sohn die Ausbildung als Architekt an der Universit\u00e4t zu erm\u00f6glichen. Ungef\u00e4hr ein Jahr, nachdem sie sich kennen gelernt hatten, nahm er Alia mit nach Hause, um sie seiner Mutter und seinem Vater vorzustellen. Die beiden waren reizende Leute, die Alia sofort ins Herz schlossen, und sie von da an als ihre zuk\u00fcnftige Schwiegertochter betrachteten.<br \/>\nUnd tats\u00e4chlich hatte Alia geglaubt, dass sie das auch werden w\u00fcrde. Otario und sie waren f\u00fcnf Jahre lang zueinander gestanden, und hatten auch schwierige Zeiten durchlebt. Als Otarios Vater vor drei Jahren gestorben war, da begleitete Alia ihren Liebsten durch die schwere Zeit der Trauer, und auch als er beschuldigt wurde, eine Arbeit abgeschrieben zu haben, stand sie ihm zur Seite, bis der Vorwurf entkr\u00e4ftet worden war. Voller Wehmut dachte sie daran, wie die Nesselsucht in der Stadt gew\u00fctet hatte und sie sterbenskrank im Bett gelegen war. Keine Sekunde war Otario von ihrer Seite gewichen, bis der v\u00f6llig \u00fcberarbeitete Medicus gekommen war, um ihr heilende Medizin zu geben. Sogar das Honorar des Heilers hatte Otario damals bezahlt, weil sie selbst fast kein Geld besa\u00df.<br \/>\nAll diese Erinnerungen rasten nacheinander durch Alias Kopf, w\u00e4hrend sie in der Indigo-Laube Platz nahm. Ein leichter Nachmittagsregen hatte eingesetzt, der ihre Kleidung durchweichte und sich mit den Tr\u00e4nen auf ihren Wangen mischte. Sie riss eines der gro\u00dfen Bl\u00e4tter von der wuchernden Orchidee und versuchte, sich damit die Nase zu putzen.<br \/>\nDer Regen schwemmte die Verzweiflung und die Trauer weg und sie sp\u00fcrte, wie der Hass zur\u00fcckkam. Hass nicht nur auf Otario, der sie so sch\u00e4big betrogen hatte, sondern auch auf das kleine Flittchen, das sich ihm an den Hals geworfen hatte. Voller Bitterkeit starrte sie auf das eingebrannte Zeichen der Lex Arcana, das auf ihrem rechten Handr\u00fccken prangte. Sie war Intermittor, ein Kampfmagier, das hatte er immer gewusst! Sie hatte ihre Pr\u00fcfungen bestanden und musste nun ihre Feldpraxis absolvieren \u2013 zwei Jahre als magischer Begleiter des Heeres, st\u00e4ndig im Einsatz und nur selten auf Urlaub daheim. Sie hatten Pl\u00e4ne gehabt, f\u00fcr die Zeit danach. Der Platz in der Stadtwache war ihr bereits sicher; sie w\u00e4re in Ostarium geblieben und h\u00e4tte eine Familie gr\u00fcnden k\u00f6nnen.<br \/>\nAber noch war nicht einmal die H\u00e4lfte ihrer Feldpraxis verstrichen, und schon hatte er sie betrogen. Er hatte schon vor einem Jahr seine Abschlussexamen bestanden, und war bereits dabei, sich einen Namen als Architekt zu machen. Sie hatte sich so sehr gefreut, als er ihr geschrieben hatte, dass sein neuer Stil, der den klassischen Imperialismus mit den whenuischen Reliquienfunden verband, gro\u00dfen Anklang fand, und dass er bereits einige adelige Auftraggeber hatte. Bei einem ihrer wenigen Besuche hatte er ihr versichert, dass er bereits auf ein eigenes Haus spare, in dem sie beide wohnen w\u00fcrden, wenn ihre Feldpraxis erst vorbei w\u00e4re!<br \/>\nSie fragte sich, ob Otario vorgehabt hatte, ihr von Seleva zu erz\u00e4hlen oder nicht. Hatte er vor, sie wegen dieser jungen Patrizierin zu verlassen, oder war das M\u00e4dchen nur ein Abenteuer, mit dem er sich die Zeit vertrieb?<br \/>\nUnd Seleva selbst\u2026 Alia kannte sie. Sie war eine junge Sch\u00fclerin der Magierakademie, deren Eltern lange Zeit im Ausland gelebt hatten. Erst als der \u00e4ltere Bruder ihres Vaters kinderlos gestorben war, war ihre Familie nach Whenua zur\u00fcckgekehrt, um das Erbe und den Titel der Familie zu beanspruchen.<br \/>\nSeleva selbst war eine talentierte Magiern, aber sie war faul und hatte den Kopf in den Wolken. Ihre Familie musste irgendwo in der hintersten Provinz gelebt haben, bevor sie zur\u00fcck nach Ostarium kamen, und das merkte man dem M\u00e4dchen oft genug an, egal wie sehr sie sich bem\u00fchte, es zu vertuschen. Insgeheim fragte Alia sich, was Otario \u00fcberhaupt an ihr fand. Ging es ihm nur darum, dass ein junges M\u00e4dchen ihn anhimmelte, da er nun ein erfolgreicher Architekt war? Oder hoffte er auf ihren Titel?<br \/>\nW\u00e4hrend sie so dasa\u00df und ihre Gedanken nicht ordnen konnte, fuhr sie sich durchs nasse Haar und sp\u00fcrte angewidert, wie die Tropfen \u00fcber ihren Nacken unter die Tunika flossen. Sie war m\u00fcde und hungrig, hatte seit Tagen wenig gegessen und viel gearbeitet. Noch vor achtundvierzig Stunden war sie in Melvis auf einer Weide gestanden, und zwischen Schlamm und Kuhfladen hatte sie sich gemeinsam mit drei Dekurien der Armee von Melvis eine erbitterte Schlacht gegen vier D\u00e4monen geliefert. Die Biester waren kaum zu verwunden gewesen und gegen Alias Spezialit\u00e4t, den Feuerball, v\u00f6llig immun. Sie hatte Eisbolzen beschw\u00f6ren m\u00fcssen, um sie gegen die D\u00e4monen zu schleudern und ohne die Hilfe des W\u00e4chters der Zeit, der sich ihnen angeschlossen hatte, w\u00e4ren sie vermutlich besiegt worden. Es war auch der Charon gewesen, der sie nach dieser Schlacht und trotz aller Verwundungen weiter getrieben hatte, bis sie den Weltenriss gefunden hatten, durch den die D\u00e4monen nach Whenua gekommen waren. Und dort, nach einem Tag Gewaltmarsch, waren sie noch auf zwei weitere Monster derselben Sorte getroffen, und hatten gegen sie gek\u00e4mpft, w\u00e4hrend der Charon den Riss verschloss.<br \/>\nSie waren mehr tot als lebendig zur Kaserne zur\u00fcckgekommen, und ihren Urlaub hatte sie sich redlich verdient. Sie war ersch\u00f6pft bis an die Knochen und hatte sich nichts sehnlicher gew\u00fcnscht, als Otario wieder zu sehen, ihn zu umarmen und sich von ihm festhalten zu lassen.<br \/>\nAber soweit war es gar nicht gekommen, denn anstatt bei ihm zu Hause sah sie Otario bereits in der Universit\u00e4t, wo sie sich nur hatte umziehen und frisch machen wollen. Sie sah ihn v\u00f6llig ungeniert in der Eingangshalle stehen, wo die gro\u00dfen Treppen zur mundanen Universit\u00e4t und zur magischen Akademie zusammentrafen. Er hatte Seleva im Arm, die wie immer tadellos und durchaus offenherzig gekleidet war, und w\u00e4hrend Alia mit wachsendem Entsetzen zuschaute, fl\u00fcsterte er ihr l\u00e4chelnd etwas ins Ohr und k\u00fcsste sie dann.<br \/>\nDas war der Moment gewesen, in dem Alia sich umgedreht hatte, um davon zu laufen \u2013 egal wohin, nur fort. Und nun sa\u00df sie hier, nass bis auf die Haut, und konnte es noch immer nicht fassen.<br \/>\nSie war entt\u00e4uscht von Otario, und auch sehr w\u00fctend auf ihn. Die Erkenntnis, dass ihre Liebe zerst\u00f6rt war, schmerzte fast genauso sehr wie das H\u00f6llenfeuer, mit dem die D\u00e4monen sie attackiert hatten.<br \/>\nAber gleichzeitig war ihr Hass auf Seleva noch viel gr\u00f6\u00dfer. Sie kannte die junge Studentin aus dem Tutorium, und sie wusste, dass auch Seleva sie kannte. Und dass sie gewusst hatte, dass sie und Otario ein Paar waren.<br \/>\nEines der ersten Dinge, die man an der Akademie lernte war, dass die \u00e4lteren Semester den j\u00fcngeren immer \u00fcberlegen waren. Das lag in der Natur der Dinge. Als junger Student reizte man die \u00c4lteren nicht, im Gegenteil: man bem\u00fchte sich, ihnen zu Diensten zu sein um vielleicht einen Tutor oder Mentor zu bekommen, der einem durch die erste, schwere Zeit half. Aber niemals war man so dumm, sich mit einem der \u00c4lteren anzulegen. Schon gar nicht mit einem Intermittor.<br \/>\nAlia wusste, dass Seleva noch nicht in die Lex Arcana aufgenommen worden war. Nur mittellose Sch\u00fcler nahm man gleich zu Beginn des Studiums auf, um sich zu vergewissern, dass man ihre Ausbildung nicht unn\u00f6tig finanzierte. Patrizierkinder wie Seleva, deren Eltern das Studium selbst bezahlten, konnten bis zum Schluss w\u00e4hlen, ob sie der Lex Arcana beitreten wollten oder nicht.<br \/>\nDennoch mussten sie sich f\u00fcr eine Studienrichtung entscheiden, und Alia wusste, dass Seleva nicht die Kampfmagie gew\u00e4hlt hatte. Sie war auch ziemlich sicher kein Medium oder Gedankenleser, denn diese Studenten waren sehr eigen; zur\u00fcckgezogen und ziemlich eindeutig erkennbar. Das bedeutete, dass Seleva h\u00f6chstwahrscheinlich Erkenntnismagie studierte, um sp\u00e4ter ein Interspektor zu werden, falls sie der Lex Arcana beitrat.<br \/>\nAlia l\u00e4chelte grimmig, als sie daran dachte. Sie w\u00fcrde Seleva eine Lektion erteilen, die diese kleine Landpomeranze nicht so schnell vergessen w\u00fcrde.<br \/>\nAls Alia am n\u00e4chsten Morgen zur\u00fcck zur Kaserne ging, musste sie feststellen, dass weder die Wut noch die Entt\u00e4uschung weniger geworden waren. Immerhin dachte sie mit einer gewissen Befriedigung an Selevas Studierzimmer, das die Wucht des gro\u00dfen Feuerballes nicht allzu gut \u00fcberstanden hatte. Zu gern h\u00e4tte sie Selevas Gesicht gesehen, wenn diese den Raum betrat und nur noch verkohlte \u00dcberreste ihres Mobiliars, ihrer B\u00fccher und ihrer Aufzeichnungen vorfand. Und sie w\u00fcrde wissen, wer ihr das angetan hatte, weil Alia zu ihr gegangen war, noch bevor sie den Feuerball im Studierzimmer losgelassen hatte, um ihr ins Gesicht zu sagen, dass sie sich die falsche Frau zum Feind gemacht hatte. Die junge Studentin war so \u00fcberrumpelt gewesen, dass sie gar nicht zur Antwort kam, bevor Alia bereits davon st\u00fcrmte.<br \/>\nDoch wenn Seleva glaubte, damit bereits davongekommen zu sein, irrte sie gewaltig. In der kurzen Zeit ihrer Feldpraxis hatte Alia bereits einige Schlachten geschlagen und war mit vielen Soldaten in guter Kameradschaft verblieben. Und unter den Soldaten in Whenua gab es sehr viele Rwang. Malani zum Beispiel, der sie in der letzten Schlacht das Leben gerettet hatte, hatte schon \u00f6fter von ihrer Gro\u00dfmutter erz\u00e4hlt, die noch eine echte Schamanin war, obwohl sie nicht mehr im Wald lebte, sondern in Ostarium ihre Dienste als Wahrsagerin anbot.<br \/>\nNoch in derselben Nacht hatte Alia Malani aus der Stammkneipe ihrer Dekurie herausgezerrt, und ihr erz\u00e4hlt, was ihr widerfahren war. Die anf\u00e4ngliche Ver\u00e4rgerung der jungen Soldatin wich schon bald einer mitempfundenen Wut, und sie brachte Alia sogleich zu ihrer alten Gro\u00dfmutter, die am Stadtrand in einem \u00e4rmlichen Holzhaus lebte.<br \/>\nAlia schenkte dieser Frau ihre gesamten Ersparnisse; alles was sie sich aus dem Feldpraxissold der letzten Monde aufgehoben hatte, obwohl die Alte ihr versicherte, dass sie Malanis Freundin auch ohne Lohn geholfen h\u00e4tte. Doch Alia bestand darauf, dass die Schamanin das Geld annahm.<br \/>\nUnd darum l\u00e4chelte sie an diesem darauf folgenden Morgen, obwohl es ein trauriges L\u00e4cheln war, das ihr Herz nicht erreichte. Sie empfand Genugtuung bei dem Gedanken daran, dass Seleva das Haar ausfallen w\u00fcrde, dass sie Pickel bekommen w\u00fcrde und ihr die Z\u00e4hne im Mund verfaulen sollten. Sie zweifelte nicht daran, dass es so geschehen w\u00fcrde; sie kannte die Macht der Schamanen.<br \/>\nSie wusste, dass sie in Wahrheit auch an Otario h\u00e4tte Rache nehmen sollen. Stattdessen hatte sie ihn gemieden; kein Wort mit ihm gesprochen. Sie wusste nicht, ob Seleva nach ihrer gestrigen Begegnung direkt zu ihm gelaufen war, aber da sie selbst die Nacht nicht in der Studentenunterkunft auf der Akademie verbracht hatte, wusste sie auch nicht, ob Otario versucht hatte, sie zu erreichen. Eigentlich wollte sie es auch gar nicht wissen. Sie konnte nicht einfach aufh\u00f6ren, ihn zu lieben, und darum konnte sie ihn auch nicht verletzen oder ihn verfluchen lassen. Aber das Elend, das in ihr herrschte, war seine Schuld, und das konnte sie ihm nicht verzeihen.<br \/>\nSie erreichte die Kaserne kurz nach Sonnenaufgang. Die Wache warf einen Blick auf ihren Passierschein und lie\u00df sie dann durch das Tor. Ohne zu z\u00f6gern wandte sie sich zum B\u00fcro des Lex Arcana Vorstandes und wartete dort geduldig, bis der Meister sie zu sich rufen lie\u00df.<br \/>\nDann unterzeichnete sie den Vertrag f\u00fcr den Frontdienst. Der Vorstand war zwar verwundert, weil er wusste, dass sie gro\u00dfe Anstrengungen unternommen hatte, um sp\u00e4ter dem Stadtdienst zugeteilt zu werden. Aber er stellte keine Fragen und respektierte ihre Entscheidung.<br \/>\nIndem sie sich zum Frontdienst verpflichtete, endete ihre Feldpraxis. Drei Tage lang verkroch sie sich in der Kaserne, ehe man sie einer neuen Centurie zuteilte und zum Einsatz nach Redis schickte. Sie wusste nicht, was auf sie zukam \u2013 R\u00e4uber, D\u00e4monen oder andere Kreaturen, die ihren Weg durch eins der Portale gefunden hatten. Es war ihr v\u00f6llig gleich.<br \/>\nSie verlie\u00dfen Ostarium am Vormittag, hundert Soldaten, drei\u00dfig Mann im Tross und zwei Magier der Lex Arcana. Sie ritten in einer losen Formation, die Soldaten lachten und scherzten, denn sie waren ausgeruht und frisch bezahlt worden. Alia ritt unter ihnen und f\u00fchlte sich wie ein Wassertropfen, der von einem rei\u00dfenden Fluss fort gesp\u00fclt wurde. Der Gedanke an ihre Rache befriedigte sie zwar, aber er konnte ihr gebrochenes Herz nicht heilen. Also richtete sie ihre Augen nach vorn und blickte nicht zur\u00fcck.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_wp_custommenu nav_menu=&#8220;76&#8243; title=&#8220;Ostarium Menue&#8220;][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;3\/4&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;] Flavor Text (Story by Yvonne Leiche) [\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]Rasend vor Wut hastete Alia durch die G\u00e4nge der gro\u00dfen Universit\u00e4t. 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